Herausforderungen

Das Projekt “Halbi Sau” geht davon aus, dass wir zu viel Fleisch essen, davon nur die besten Stücke und dass wir den Bezug zum Produkt verloren haben. Das Team “Halbi Sau” plädiert für eine Reduktion des Fleischkonsums und einen bewussteren Umgang damit. Und zeigt, wie es gehen könnte.

Wir essen zuviel Fleisch

Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch liegt in der Schweiz bei 53,6kg pro Jahr. Um dieser Nachfrage gerecht zu werden, werden Fleisch und Futtermittel (Soja) aus dem Ausland importiert, wo industrieller Ackerbau in extremem Masse betrieben wird. Dies findet meist in Entwicklungs- und Schwellenländern statt, wo die Bevölkerung vor Ort direkt von den Auswirkungen wie Krankheiten durch verseuchte Böden und Gewässer auf Grund des massiven Pestizideinsatzes, aber auch schlechten Arbeitsbedingungen und Ausbeutung betroffen ist. Zudem trägt das Abholzen tropischer Regenwälder (Brasilien), um neue landwirtschaftliche Nutzflächen zu gewinnen, erheblich zur globalen Erwärmung bei. Um den aktuellen Fleischhunger in der Schweiz zu stillen, benötigten wir eine zweite Schweiz, welche uns weder zur Verfügung, noch zusteht.

Ziel

Den Fleischkonsum auf maximal 500gr pro Woche und Kopf reduzieren. Wenn Fleisch, dann aus guter Haltung. Das ist zwar etwas teurer, kann dafür mit einem etwas besseren Gewissen gegessen werden. Konsum auf diese Weise kommt dem Tier, der Umwelt und der eigenen Gesundheit zugute.

Wir essen nur die besten Stücke

Wir essen nicht nur sehr viel Fleisch in der Schweiz, wir essen am liebsten auch nur die Filet- und Kotelettstücke. Das Filetstück macht bei einem Schwein rund 2% aller geniessbaren Teile aus, dabei gäbe es noch viele weitere Stücke. Um der Nachfrage nach edlen Stücken gerecht zu werden, werden diese aus dem Ausland importiert – rund die Hälfte der hierzulande verzehrten Rindsnierstücke kommen aus Deutschland und Brasilien. Einerseits fallen hierbei durch den Transport verursachte CO2-Emissionen an, andererseits können die Produktionsbedingungen oft nicht genug klar überprüft und nachvollzogen werden. Im Gegenzug werden Stücke, die in der Schweiz nicht mehr gefragt sind, ins Ausland exportiert und als Delikatesse angeboten.

Ziel

Rückbesinnung auf althergebrachte Rezepte aus der Schweizer Küche. «Schnörrli», «Gnagi» und Innereien schmeckten schon unseren Grosseltern. Wieso essen wir diese Stücke heute nicht mehr?

Zu den Menus der halben Sau

Wir haben den Bezug zum Produkt “Fleisch” verloren

Fleisch kaufen wir abgepackt im Supermarkt. Der Bezug zum Tier hinter der Ware ging verloren. Die industrielle Fleischproduktion ist ein unangenehmes Thema – man redet nicht gerne darüber. Und schaut sich nur ungern die Bilder aus Mastbetrieben und der industriellen Schlachtung an.

Ziel

Bezug von Fleisch direkt beim Bauern oder der lokalen Metzgerei (für Städter an der Fleischtheke des Grossverteilers). Nachfragen und Überprüfen, wo das Tier herkommt. Auch hier wieder die Rückbesinnung auf alte Traditionen. Es war früher gang und gäbe, ganze oder halbe Tiere zu kaufen und diese tiefzugefrieren oder auf anderen Wegen haltbar zu machen.

Studien und Medienberichte

Studien

Die oben genannten Herausforderungen beziehen sich alle auf eine Studie der Erklärung von Bern (EvB) aus dem Jahr 2011, auf eine Studie von Greenpeace aus dem Frühjahr 2013 sowie Zahlen des Bundesamts für Statistik. Klicke auf die unten aufgeführten Links, um schnell und einfach mehr darüber zu erfahren.

Das Thema in den Medien